Wildwasserstrecke auf der Saar in Grosbliederstroff möglich

Wonach sich viele Kanuten aus der Großregion SaarLorLux seit Jahrzehnten sehnen, das könnte bald Wirklichkeit werden: der Bau einer Wildwasserstrecke auf der Saar zwischen den Gemeinden Kleinblittersdorf und Grosbliederstroff. Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die im Auftrag des Kanuclubs Val de Sarre aus Grosbliederstroff erstellt wurde. Die Studie sieht den Bau eines Kanals am französischen Ufer vor bis zum Saarwehr, wo die alte Slalomstrecke beginnt. Sieben bis maximal 14 Kubikmeter Wasser in der Sekunde könnten durch den rund 200 m langen Kanal geführt werden und somit eine interessante und sportliche Wildwasserstrecke ergeben, die für den Kanuslalomsport, Wildwasserabfahrt, Freestyle oder Rafting genutzt werden könnte. Gegebenenfalls kann diese Strecke auch mit der Bisherigen verbunden werden. Da gleichzeitig der Bau einer Fischaufstiegstreppe in den neuen Slalomkanal integriert würde, wäre auch den
ökologischen Aspekten Rechnung getragen. Ein weiterer Vorteil ist, dass aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und vorhandener Anlagen, der Umbau in einem überschaubaren Rahmen bleiben würde.
Bürgermeister Joël Niederländer von Grosbliederstroff hatte Mitte April alle Interessengruppen zu einer Sitzung und zu einem Informationsaustausch ins Rathaus eingeladen. Die Vertreter des zuständigen französischen Wasser-Schifffahrtsamts, die Sport treibenden Kanuvereine aus Lothringen und dem Saarland, der französische Anglerverband sowie der Bürgermeister der Gemeinde Kleinblittersdorf waren einvernehmlich der Meinung, dass dieses Projekt erfolgversprechend sei. Somit bekämen die deutschen und französischen Kanuten eine sportlich ehrgeizige Trainingsstrecke, auf der in Zukunft hochkarätige Wettbewerbe durchgeführt werden könnten. Außerdem sei die Anlage ein Beitrag zur Tourismusförderung und ein gelungenes Beispiel für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Sport unter Einbeziehung des Naturschutzes durch die Renaturierung des Flusslaufes.
Im nächsten Schritt sollen die genauen Kosten ermittelt und Fördermöglichkeiten, z. B. im Rahmen von Interreg, geprüft werden. Im Rahmen der Unterstützung des so genannten „Blauen Bands“ werden Flächen entlang der Saar zwischen dem französischen Sarrealbe und Saarlouis einer neuen und vor allem ökologisch verträglichen Nutzung zugeführt.