Gelebte Deutsch-französische Freundschaft - Deutsche Meisterschaft im Kanuslalom

Medaillengewinner bei Olympischen Sommerspielen, Welt- und Europameister, unzählige Deutsche Meister und der Bundestrainer für Kanuslalom höchstpersönlich waren Anfang Oktober auf der Kanuslalom-Regatta der German Masters vertreten. Erstmalig fand diese deutsche Meisterschaft der „Altstars“ auf französischem Boden statt: am Saarwehr in Grosbliederstroff. Und wer dachte, diese Strecke mal so eben mit links mitzunehmen, der hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht, quasi ohne den Saarbrücker Kanu-Club und den französischen Partnerverein Val de Sarre. Aufgrund des Niedrigwassers hatten die sich nämlich überlegt, das Schott oberhalb der Strecke zu ziehen, damit an den ersten Toren eine ordentliche Welle stand. „Vielleicht hat der eine oder andere Kanute das ein wenig unterschätzt“, sagte Gisela Grothaus, Silbermedaillengewinnerin in München 1972, die heute für den KV Schwerte an den Start geht. Auch Altstar Harald Gimpel vom KC Bad Dürrenberg, 1972 Bronzemedaillengewinner, zeigte noch einmal sein Können und wurde im Kajak Einer in seiner Altersklasse Erster. Im Canadier Zweier waren die Europameister von 1996, die Matti-Brüder, am Start und sicherten sich bei den German Masters Platz eins vor dem Boot um Bundestrainer Michael Trummer. Am Ende einer kräftezehrenden Saison mit dem sportlichen Höhepunkt Olympia in Rio genoss er sichtlich diese Veranstaltung. Es sei eben immer wieder schön, den einen oder anderen alten Weggefährten wiederzusehen. Jörg Blees und Dirk Fuhrmann, beide vom Saarbrücker Kanu-Club, wurden in ihrer Altersklasse im Kajak Einer jeweils Zweite, Birgit Fassbender aus Merzig belegte den vierten Platz, Wolfgang Ernst aus Saarlouis Fünfter. Bei den Damen im Kajak schaffte die Renngemeinschaft VfK Saar den dritten Platz, die Herren belegten Platz vier.

Grenzenloser Sport

Trotz kühler Herbsttemperaturen hatten immerhin rund 100 Slalomspezialisten aus ganz Deutschland für diesen Wettbewerb gemeldet und sie brauchten ihr teilweise weites Anreisen nicht bereuen. Der Saarbrücker Kanu-Club als Organisator der DKV-Veranstaltung hatte sich gemeinsam mit den Franzosen von Val de Sarre alle Mühe gegeben, dieses Topevent erfolgreich über die Bühne zu bringen. Ein gut organisierter Wettkampf, ein schönes Rahmenprogramm mit Livemusik am Abend bei deutschen und französischen Spezialitäten kamen bei den Teilnehmern gut an. „Es ist schön zu hören, wenn nach vielen Wochen arbeitsintensiver Vorbereitungen die Slalomfahrer aus ganz anderen Gegenden Deutschlands erfreulich feststellen, wie gut grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniert“, freute sich Veranstaltungsleiter Jörg Blees. Die langjährige Zusammenarbeit genau an der Schnittstelle zwischen Deutschland und Frankreich ist längst Alltag, ob nun bei der Durchführung von deutschen oder französischen regionalen Regatten oder wie jetzt bei einer Deutschen Meisterschaft. Es sei eine gelebte Freundschaft, die keine Grenzen kenne, betonte der Bürgermeister von Grosbliederstroff, Joël Niederlaender, bei der Siegerehrung.

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